Arbeitsgruppe DDR

Gründungstext

Über 40 Jahre, von 1948 bis 1990, existierte unmittelbar neben der Bundesrepublik Deutschland ein weiterer deutscher Staat, der anstelle der „sozialen Marktwirtschaft“ den sozialistischen Aufbau versuchte.

Während die Behauptung vielen absurd erscheint, dass die BRD z.B. 1953 und 1972 im Grunde die gleiche Gesellschaft war, wird bezüglich der DDR genau davon ausgegangen. Während bei anderen Fragen abstrakte Gleichsetzungen von sogenanntem „Links-“ und „Rechtsextremismus“ sowie andere Formen der Totalitarismusdoktrin als „Hufeisentheorien“ in der Linksjugend (und der linken Szene überhaupt) zurecht verworfen werden, wird die DDR bis 1989 wie in der bürgerlichen Geschichtsschreibung als monolithische und unveränderliche „Diktatur“ betrachtet.

Zwar wird die ultrarechte These der „zweiten deutschen Diktatur“ abgelehnt, die die DDR und den Nationsozialismus als eine zusammenhängende „totalitäre“ Epoche von 1933 bis 1989/90 gleichsetzt. Doch eine grundsätzliche Kritik, wie sie sonst etwa gegen die Kategorie „Linksextremismus“ formuliert wird, findet nicht statt. Wir wollen im Grunde nur leisten, was in Bezug auf andere Gesellschaften selbstverständlich wäre: Die Gewordenheit dieser Gesellschaft mit ihren verschiedenen Klassen, Parteien und Fraktionen zu analysieren.

Dabei wollen wir die objektiven Umstände und ihre Wechselwirkung mit den ideologischen Entwicklungen berücksichtigen und letztlich den Versuch unternehmen, aus über 40 Jahren sozialistischen Aufbaus zu lernen, sowohl aus den Fehlern wie aus den Erfolgen. Notwendig erscheint uns dabei, nicht einen einzigen großen Wurf zu unternehmen, mit dem wir die Gesamtheit der DDR über alle 42 Jahre ihrer Existenz begreifen, sondern vielmehr im Kleinen und Konkreten zu beginnen. Daher wollen wir uns zunächst sowohl zeitlich als auch thematisch beschränken, wenngleich natürlich die Betrachtung des Einzelnen nie ganz ohne die Betrachtung des Gesamten möglich ist.

Nächstes Treffen

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