Durch die anhaltende US-Blockadepolitik und Coronapandemie ist Kuba in einer der schwersten Krisen der Geschichte des Landes. Der daraus resultierende Wirtschaftseinbruch führte, neben der durch die Blockade sowieso belasteten Situation, zu Engpässen bei Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten. Ebenfalls kam es auf der Insel zu Stromausfällen, da es durch das Embargo auch an Ersatzteilen für die Instandhaltung der elektrischen Infrastruktur mangelt. 
Durch die Frustration über diese Umstände bildeten sich spontane Proteste, welche zunächst unmittelbar die Verbesserung der Versorgungslage im Land zum Thema hatten. Die berechtigten Ängste und Bedürfnisse der Protestierenden wurden von der Regierung ernstgenommen, was sich beispielsweise zeigte als der Präsident Miguel Díaz-Canel in San Antonio auf einer Demonstration mit Bürger*innen über ihre Sorgen und Forderungen sprach. Diese angespannte Situation wurde jedoch sofort von Vertreter*innen der Vereinigten Staaten genutzt, um die Stimmung der Proteste nicht gegen die Versorgungslage, sondern direkt gegen die Regierung zu lenken. Unter dem vor allem von Bots verbreiteten Hashtag „SOSCuba“ wurden zunächst Falschmeldungen über die Proteste gestreut. So wurden Bilder und Videos verbreitet welche angeblich die Proteste zeigen sollten, diese zeigten aber unter anderem Demonstrationen im US-Bundesstaat Miami oder Fußballfans in Buenos Aires. 
Im gesamten Vorgehen zeigt sich das altbewährte Schema des durch die Vereinigten Staaten forcierten Versuches, sozialistische Regierungen zu stürzen. Gezielte Missinformationen sollen sowohl in der kubanischen Bevölkerung Unruhe stiften, als auch ein späteres militärisches Vorgehen international rechtfertigen. Die Blockadepolitik schafft dafür den Nährboden und ist als Maßnahme eines versuchten Regime-Change zu verstehen. Diese Taktik nutzen die US-Regierung und ihre Verbündeten immer wieder, jüngst etwa in Venezuela und Bolivien. Dass dies nicht im Interesse der kubanischen Bevölkerung ist und diese darüber hinaus Menschenleben in Gefahr bringt, spielt keine Rolle. Um so zynischer sind Meldungen aus dem weißen Haus und anderen westlichen Außenministerien, dass die kubanische Regierung doch im Interesse ihrer Bevölkerung handeln solle und auf Gewalt verzichten soll. Nachdem sich die Situation auf Kuba nun wieder beruhigt hat, handelt die Regierung umgehend. So werden eine kritische Aufarbeitung der Proteste, sowie der Auslöser für sie, angekündigt. Díaz-Canel versprach unter anderem, gerade den Jugendlichen unter den Protestierenden entgegenkommen zu wollen. Mit Jugendlichen, die während den Ausschreitungen kriminell geworden sind, soll nachsichtig umgegangen und ihre Sorgen und Probleme ernst genommen werden.
Gleichzeitig werden bis Ende des Jahres für Privatpersonen Einfuhrzölle aufgehoben, um Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen; auch wird die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln über das Libreta-System zunächst erweitert.
Für uns ist auch nach den Protesten klar: Wir stehen solidarisch an der Seite der kubanischen Kommunist*innen. Ein Sieg der Konterrevolution und des Imperialismus wäre nicht zum Vorteil der meisten Kubaner*innen, ganz im Gegenteil, die Errungenschaften der Revolution rückgängig zu machen, würde zu einem massiveren Einbruch der Lebensqualität führen, als es jede wirtschaftliche Krise verursachen würde. Die Kubaner*innen dürfen nicht durch völkerrechtswidrige Eingriffe in ihre internen Angelegenheiten zu politischen Handlungen gezwungen werden. Kuba zeigt, dass ein partizipatives und gerechtes System außerhalb der liberalen Demokratie möglich ist, was den Staaten der westlichen Wertegemeinschaft ein Dorn im Auge ist, die unter anderem deshalb ein Interesse am Sturz des kubanischen Sozialismus haben. Für uns ist deshalb klar: ¡viva cuba socialista!

Weitere Infos: https://cubaheute.de/2021/07/15/regierung-zieht-bilanz-und-kuendigt-zollerleichterungen-an/