Am 23. Mai 1951 – heute vor 70 Jahren – wurde das 17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets unterschrieben. Das durch die Yuan-Dynastie im 13. Jahrhundert in China eingegliederte Hochland Tibet, wurde 1950 – ca. ein Jahr nach Gründung der Volksrepublik China – von der Volksbefreiungsarmee befreit. Die theokratisch-feudale Sklavenhaltergesellschaft, die sich mit den dunkelsten Zeiten des europäischen Mittelalters vergleichen lässt, sollte damit zum Wohle des tibetischen Volkes ihr Ende finden.
Tibet, das zum ersten Mal eine relativ abgrenzbare und selbständige politische Einheit im 7. Jahrhundert wurde, gehört seit der Eingliederung durch die im 13. und 14. Jahrhundert bestehende Yuan Dynastie zu China. Während der Unruhen der Zeit der bürgerlich-demokratischen Xinhai Revolution ab 1911, konnte die tibetische Elite, die ihre Legitimation in erster Linie religiös-fundamentalistisch begründet sah, halbwegs im Alleingang Tibet regieren. Ihre Herrschaft war geprägt von einer extremen materiellen und geistigen Armut der Bevölkerung. Währenddessen konnte die politisch-religiöse Elite Tibets – die Sklavenhalter, welche ca. 5% der Bevölkerung ausmachten – sämtliche Produktionsmittel und den Großteil von Grund und Boden ihr Eigen nennen.
Nach der sozialistischen Revolution in China im Jahre 1949, die das Ergebnis eines Bürgerkrieges zwischen Kommunist*innen und Nationalist*innen war, konnte sich die nun regierende KP Chinas dem sozialistischen Aufbau und der Wahrung der territorialen Integrität Chinas widmen. Infolge kam es zur Befreiung Tibets durch die Volksbefreiungsarmee. Ein großer Teil der politischen Elite Tibets setzte sich samt ihren Reichtümern ins Exil ab. Nicht alle Angehörigen der besitzenden Klasse flüchteten jedoch das Land, einige blieben und unterzeichneten – unter Führung des 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso – einige Monate nach der Befreiung das 17-Punkte-Abkommen mit der chinesischen Zentralregierung unter Mao Zedong.
Das Abkommen ermöglichte dem tibetischen Volk die Abwehr imperialistischer und feudalistischer Kräfte, die es beherrschen wollten und schuf wesentliche Voraussetzungen, damit Tibet einen fortschrittlichen Entwicklungspfad einschlagen konnte. Dazu gehörte die Wahrung nationaler und territorialer Autonomie innerhalb der Volksrepublik, die Garantie der Religionsfreiheit, die Wahrung und Entwicklung tibetischer Sprache und Kultur und eine umfassende Reform des Sozialsystems. Die KP Chinas ist der tibetischen Regierung mit dem Abkommen weit entgegen gekommen. Mit viel Geduld und Aufrichtigkeit wollte man, dass die politischen Entscheidungsträger Tibets die notwendigen Reformen mit eigener Handschrift durchführen, um die nationale und territoriale Autonomie Tibets so wenig wie möglich anzutasten.
Den angestrebten Pfad von Reform und Demokratisierung ging die tibetische Regierung aber leider nur bis 1959 mit. Der aristokratische Stand des Landes hatte letzten Endes doch keine Lust, seine politische Macht aufzugeben. Im Alleingang wurde das Abkommen von den Theokraten Tibets wieder aufgekündigt – das rief erneut die Volksbefreiungsarmee auf den Plan, die den Befreiungsprozess Tibets nun kurzerhand zu Ende brachte und den 14. Dalai Lama samt seiner reaktionären Clique ins indische Exil flüchten ließ. Nach dieser endgültigen Absetzung von Adel und Klerus löste der damalige Premierminister Chinas, Zhou Enlai die alte Regierung Tibets per Erlass auf. Nach der Einsetzung einer neuen Regierung der Autonomen Region Tibet konnten die demokratischen Reformen mit dem Volk, durch das Volk und für das Volk nun endgültig fertiggestellt werden und jeden Rest von Sklavenhaltertum und Theokratie aus der politischen Realität Tibets nachhaltig entfernen.
Die letzten 70 Jahre der Entwicklung in Tibet haben allerlei Erfolge hervorgebracht. Die Bevölkerung Tibets hat sich fast verdreifacht, auf ca. 3,5 Millionen Einwohner*innen – davon sind 90% ethnische Tibeter*innen. Im Jahr 2020 stieg die durchschnittliche Lebenserwartung in Tibet auf 71,1 Jahre, womit sie sich im Vergleich zu 1951 nahezu verdoppelt hat. Vor der Befreiung des Hochlandes verfügten ca. 90% der Tibeter*innen über keinen eigenen Wohnraum. Heute verfügen alle mit Ausnahme einiger Nomad*innen, welche die tibetischen Weideflächen bewohnen, über eine eigene feste Wohnung. Im alten Tibet gab es quasi keine Industrie und der Landwirtschaftssektor stagnierte. Nach der Befreiung und insbesondere seit dem Reformprogramm ab 1978 kam es zur immensen Produktivkraftentwicklung, die die Grundlage für die heutigen Erfolge im demokratischen und sozialistischen Aufbaus Tibets darstellt. 
Über 1780 Einrichtungen für den tibetischen Buddhismus sind im Hochland verstreut und ca. 600 von den über 46.000 im Hochland residierenden tibetischen Mönchen und Nonnen agieren parallel als politische Amtsträger*innen in der Autonomen Region Tibet. Das heutige Tibet hebt sich im Vergleich zum alten Tibet durch seinen sozialen und demokratischen Fortschritt ab. Das Land ist geprägt von einem nie zuvor dagwesenen Niveau von ethnischer und religöser Harmonie.