Statement der AG Lateinamerika zum Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Peru

Am 6. Juni kam es in Peru zur Stichwahl zwischen dem marxistischen Grundschullehrer Pedro Castillo und der rechts-außen Kandidatin Keiko Fujimori. Fujimori ist zudem auch die Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, welcher in seiner Amtszeit unter anderem die Verantwortung für ein grauenhaftes Sterilisations-Programm an der indigenen Bevölkerung trägt, in dessen Zuge mehr als 215.000 Personen zwangssterilisiert wurden. Die Stichwahl selbst fiel denkbar knapp aus, nachdem Fujimoris knapper Vorsprung aus den frühen Auszählungen in den Ballungsgebieten Perus durch die Stimmen aus den ländlichen, von der indigenen Bevölkerung dominierten, Gebieten umgekehrt werden konnte – Ein Muster, welches auch in den Wahlen in Bolivien 2019 zu erkennen war. So standen am Ende 50,199% für Castillo gegen 49,801% für Fujimori.

Bei solch einem knappen Wahlsieg eines Linken in Südamerika sollten bei uns Sozialist:innen natürlich sofort alle Alarmglocken angehen. So bespielen Fujimori und ihre Unterstützer:innen lautstark das Narrativ des Wahlbetrugs und versuchen derzeit mit Unterstützung einiger der einflussreichsten peruanischen Anwaltskanzleien 200.000 Stimmen zu annulieren, welche aus Gebieten kamen in den Castillo enormen Rückhalt hat. Ferner erhielt Fujimori auch eine Unterstützungsresolution von 17 ehemaligen rechtsgerichteten lateinamerikanischen Regierungschef:innen. Ferner kündigte Castillo bereits an die Kupferminen zu verstaatlichen und somit auch die westlichen Eigentümer zu enteignen. In diesem Gemengelage bedarf es der Resilienz der örtlichen Gewerkschaften, der örtlichen Marxist:innen und der indigenen Bevölkerung um einen Umsturz der linken Regierung zu verhindern.

 

Als AG Lateinamerika betonen wir ausdrücklich unsere Solidarität mit den antikapitalistischen Kräften in Peru und überall sonst in Lateinamerika.

Venceremos!